Eine im Jahr 2006 in Betrieb genommene und schrittweise erweiterte Anlage arbeitet weiterhin mit der ursprünglichen Ausstattung in einem multiproduktiven Fertigungsumfeld für Tragstrukturen und Fassadenelemente.
Die Industrialisierung des Betonfertigteilbaus auf der Iberischen Halbinsel hat in den letzten Jahren eine kontinuierliche Entwicklung erfahren, angetrieben durch die Notwendigkeit, die Produktionseffizienz zu steigern, die Qualitätskontrolle zu verbessern und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Bauanforderungen zu erhöhen. In diesem Kontext haben sich Multiproduktionsanlagen, die verschiedene Fertigungsprozesse innerhalb einer einzigen Anlage integrieren, als Schlüsselkonzept etabliert, um sowohl Infrastrukturprojekte als auch industrielle und Wohnbauvorhaben zu bedienen.
Vor diesem Hintergrund stellt die Zusammenarbeit zwischen Moldtech und Grupo Rodiñas ein repräsentatives Beispiel für eine langfristige industrielle Implementierung im Nordwesten der Iberischen Halbinsel dar. Grupo Rodiñas mit Sitz in Galicien und operativer Präsenz in der Provinz A Coruña ist auf die Herstellung und Montage von Betonfertigteilen spezialisiert, die in öffentlichen Infrastrukturen sowie im Industrie- und Wohnbau eingesetzt werden. Das Unternehmen war an einer Vielzahl regionaler Projekte beteiligt, was die Notwendigkeit einer Produktionsbasis unterstreicht, die unterschiedlichen strukturellen und ausführungstechnischen Anforderungen gerecht wird.
Projektursprung: Eine Anlage für Multiproduktion
Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen begann im Jahr 2006 mit der Lieferung und Inbetriebnahme einer kompletten Produktionsanlage durch Moldtech.
Von Beginn an verfolgte das Projekt ein klares industrielles Ziel: die Schaffung einer Anlage, die die Produktion vorgespannter Strukturelemente, die Herstellung von Stützen sowie die Produktion von Wandpaneelen kombiniert, um unterschiedliche Marktsegmente innerhalb einer einzigen Anlage bedienen zu können und gleichzeitig übermäßig spezialisierte Konfigurationen zu vermeiden.
Hierfür wurde eine Lösung entwickelt, die auf der Integration verschiedener Fertigungstechnologien in einem einzigen industriellen Umfeld basiert, wobei operative Flexibilität und eine optimale Nutzung der Ressourcen im Vordergrund standen.
Technische Konfiguration: Integration von Spannlinien und Paneelproduktion
Die Anlage ist als Multiproduktionssystem konzipiert und umfasst verschiedene Fertigungslinien:
3 universelle Spannbahnen mit Spannköpfen von 800 Tonnen zur Herstellung von:
LTR-Trägern
Stützenformen für unterschiedliche Querschnitte
6 Kipptische zur Herstellung von Betonfertigteilpaneelen für industrielle und wohnbauliche Anwendungen
Aus technischer Sicht ermöglicht diese Kombination die Herstellung vorgespannter linearer Elemente, vertikaler Tragstrukturen und Fassadensysteme innerhalb einer einzigen Anlage und erweitert damit das Anwendungsspektrum des Fertigteilherstellers erheblich.
Die universellen Spannbahnen erlauben die Produktion unterschiedlicher Geometrien durch Anpassung der Schalungen auf derselben Spannbasis, während die Kipptische wiederholbare und optimierte Produktionszyklen ermöglichen, insbesondere bei der Herstellung von Paneelen mit hohen Anforderungen an Produktivität und Maßgenauigkeit.
Produktion und Anwendungen: Antwort auf einen diversifizierten Markt
Dank dieser Konfiguration ist die Anlage in der Lage, gleichzeitig Infrastrukturprojekte sowie industrielle und wohnbauliche Bauvorhaben zu bedienen und dabei die Produktion von Strukturelementen mit Fassadenlösungen zu kombinieren.
Die Möglichkeit, Träger, Stützen und Paneele innerhalb einer einzigen Anlage herzustellen, ermöglicht eine optimierte Produktionsplanung und eine flexible Anpassung der Ressourcen an unterschiedliche Projekttypen – ein entscheidender Vorteil in regionalen Märkten mit diversifizierter Nachfrage.
Weiterentwicklung der Anlage: Kapazitätsausbau und Anpassung
Die Zusammenarbeit zwischen Moldtech und Grupo Rodiñas beschränkte sich nicht auf die ursprüngliche Lieferung, sondern entwickelte sich im Laufe der Zeit durch die Integration neuer Anlagenkomponenten und die kontinuierliche Anpassung der Produktion an Marktanforderungen weiter.
Besonders hervorzuheben ist die Erweiterung im Jahr 2018 mit der Integration eines neuen Kipptisches mit Abmessungen von 24 x 4 m zur Herstellung von Paneelen für den Industrie- und Wohnbau. Diese Erweiterung umfasste pneumatische Vibrationssysteme, Bandverstellungen sowie magnetische Schalungslösungen und zielte sowohl auf eine Erhöhung der Produktionskapazität als auch auf eine Erweiterung des Produktspektrums ab.
Diese Maßnahmen stärkten die Anlage und bewahrten gleichzeitig die ursprüngliche Konzeption, die auf Prozessintegration und operativer Flexibilität basiert.
20 Jahre Betrieb: Langlebigkeit und Kontinuität als industrielle Kennzahlen
Einer der bedeutendsten Aspekte dieses Projekts ist die Leistungsfähigkeit der Anlagen über einen langen Zeitraum.
Nach mehr als 20 Jahren kontinuierlichen Betriebs produziert die Anlage weiterhin mit den ursprünglich von Moldtech gelieferten Formen. Dies ist ein direkter Indikator für:
die strukturelle Langlebigkeit der Anlagen
die Widerstandsfähigkeit gegenüber intensiven Produktionszyklen
die betriebliche Zuverlässigkeit unter realen industriellen Bedingungen
Die kontinuierliche Nutzung der Anlagen spiegelt nicht nur deren Robustheit wider, sondern bestätigt auch die Validität des ursprünglich definierten Anlagenkonzepts.
Im Betonfertigteilbau, wo Produktionskontinuität und Wiederholgenauigkeit entscheidend für die Wirtschaftlichkeit sind, stellt der Betrieb über mehr als zwei Jahrzehnte eine klare Referenz hinsichtlich Lebenszyklus und Kapitalrendite dar.
Darüber hinaus dient die Anlage als technologisches Demonstrationsobjekt, das die Leistungsfähigkeit der Anlagen unter realen Produktionsbedingungen veranschaulicht und ihren Wert als Referenzprojekt unterstreicht.
Ein Modell langfristiger industrieller Zusammenarbeit
Heute ist Grupo Rodiñas ein etablierter Akteur im Betonfertigteilbau im Nordwesten der Iberischen Halbinsel, gestützt auf ein Produktionssystem, das Vielseitigkeit, Zuverlässigkeit und operative Leistungsfähigkeit vereint.
Dieses Projekt unterstreicht die Bedeutung der Planung von Anlagen mit langfristiger Perspektive und zeigt den Wert von Langlebigkeit und Flexibilität als zentrale Kriterien industrieller Investitionen. Gleichzeitig verdeutlicht es, wie eine kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Anlagenhersteller und Fertigteilproduzent die Wettbewerbsfähigkeit über Jahrzehnte hinweg sichern kann.
Dieses Beispiel zeigt, dass die technische Planung einer Anlage nicht als kurzfristige Lösung betrachtet werden sollte, sondern als langfristige industrielle Investition, die über Jahrzehnte hinweg Bestand hat.














